(Fotos sind weiter unten)
Etwas Neues und Besonderes sollte es sein zu einem ebenfalls besonderen Ereignis: Silberhochzeit – WOWWOWWOW, klingt groß, ist groß – und genau so sollte die Reise sein – außergewöhnlich, Unbekanntes entdecken, neu fühlen.
Wir machten uns für 3 Wochen auf nach Portugal, Richi, Rieke & Carlos, unser Herzblut-Home 😍 2000 km on the road, um endlich bekannte Gefilde zu verlassen. Da Richi für ein Foto vom Europa-Portugal-Schild -das blaue mit den Sternen- partout nicht auf der Autobahn anhalten wollte, sind wir über den Grenzort nach Portugal eingereist – Fahnen, Brunnen, Foto-Spot, extra hergerichtet für Touris wie uns 😂 Hey Abenteuer, wir sind da ‼️
Leider empfing und die erste Location mit Regen, der auch noch anhalten sollte, was uns spontan zum Weiterfahren bewegte. So durften wir das bergige Hinterland mit vielen spektakulären Ausblicken schon am ersten Tag genießen. Évora war das erste Highlight, römische Vergangenheit vermischt mit portugiesischer Leichtigkeit, eine historische Universität mit modernem Betrieb und den typischen blauen Kacheln, soweit das Auge reichte. In den Gassen herrschte herrlich schlichte Normalität, wunderbar.
Nach einer traumhaften Fahrt durch das Hinterland der Algarve, stetig abwärts fahrend -es fühlte sich an wie ein Landeanflug- näherten wir uns Fuseta – ein kleiner Ort an der Ria Formosa und Location unserer Lieblingsbücher rund um Austausch-Kommissar Leander Lost aus Hamburg. Leider hatten wir nur einen kurzen Stop geplant -man muss mal da gewesen sein- und trotz der atemberaubenden Location, die uns super gut gefiel, nicht spontan mehr Zeit angehängt – ein Fehler. Ziel war ja die Fels-Algarve mit all den phantastischen Spots und Klippen und Stränden, die einem den Atem rauben sollten. Wir müssen wohl wiederkommen…
Carvoeiro war dann der erste dieser Spots und ließ uns wirklich fast schwindelig werden vor Begeisterung. Höhlen, Felsenpools, Felsskulpturen an jeder Ecke, nur phantastisch. So fuhren wir stetig weiter gen Westen, eine Attraktion jagte die nächste, Lagos, Ferragudo, Salema und wie die Aussteiger-Locations alle hießen – aus entspanntem cruisen wurde ein Hasten nach Höhepunkten, dem wir uns ob der Vielzahl kaum entziehen konnten. Zudem waren die Campingplätze insgesamt nicht wirklich Orte, die zum Verweilen und Entschleunigen einluden…
Erst Sagres, südwestlichste Spitze des europäischen Festlands, ließ uns mit seinem angenehmen Mangel an Highlights wieder innehalten. Hier war der Sonnenuntergang am Leuchtturm das einzig Besondere, was uns endlich wieder geerdet hat.
Von hier ging es nordwärts durch das sehr verschlafene ländliche Alentejo, das Naturparadies an der Westküste, das so naturbelassen ist wie wir es bisher kaum irgendwo gesehen hatten. Geschützt zudem, so dass die gesamte Küste bis auf ein paar kleine Orte frei ist von Bebauung – aber leider auch von Campingplätzen. Was wäre das für ein Ausblick von diesen Klippen, was ein Erwachen mit diesen Spots direkt vor der Nase – wirklich sehr sehr schade.
So ließen wir uns weiter gen Norden treiben, fanden schöne Orte und tolle Naturparks, herrliche Ausblicke und besondere Buchten, alles ungeplant, alles neu, einfach entdecken, nur die Richtung war vorgegeben.
Wir ließen Lissabon außen vor, zu krass wären die Eindrücke der Großstadt nach diesen Naturerlebnissen gewesen. Wir holen es nach! Der Naturpark Sintra mit all seinen Schlössern, Festungen und Palästen wollten wir eigentlich mal eben so durchfahren, wurden aber bös ausgebremst von Massen an Touristen, die mit Bussen anreisten und die gesamte Gegend in einen Rummelplatz verwandelten. Da wäre ein bisschen Recherche wohl angebracht gewesen 😣 Als wir es endlich geschafft hatten, das Gebiet zu verlassen -was nicht einfach war in diesem Einbahnstraßensystem-, wollten wir uns zur Entschädigung das westlichste Cap Festland-Europas anschauen – Cabo Roca, westlich von Lissabon. Hier prallten dann Instagram und Realität mal so richtig aufeinander, was uns wiederum die Flucht ergreifen ließ.
So steuerten wir dann unser erklärtes letztes Ziel für diesen Urlaub an – Nazaré, Surfer-Hotspot und bekannte Location für Monsterwellen von mehr als 20 Metern. Diese aber nur im Herbst & Winter, wir durften im Mai nur solche mit 3 Metern Höhe bestaunen. Nazaré selbst ist eine ganz besondere Stadt mit einem sehr speziellen Flair, schlicht und ohne schrillen Tourismus, trotz seiner Berühmtheit und seiner Anziehungskraft. So wie es in Portugal generell ist, schlicht, warm, herzlich, normal. „Kein Gedöns“.
Leider sind 3 Herzblut-Wochen nun vorbei, wir machen uns auf die 2000 km zurück in dem Wissen, dass wir bald zurückkehren – um die Lücken zwischen den großen Highlights zu füllen mit den kleinen Besonderheiten und dem Genuss und dem besondern Gefühl.






























































